SO LERNST DU CONTRAS CALLEN (PROMPTEN)

Jeder kann lernen, Contras anzusagen. Es erfordert kein besonderes Talent, sondern nur einigen Fleiß (und Toleranz auf Seiten des Ehepartners). Du, der Caller, bist für drei Aspekte verantwortlich: Für die Auswahl des Tanzes, für die Auswahl der Musik und für die taktrechte Ansage. Die taktrechte Ansage ist der Punkt, wo dein Fleiß und die Toleranz deines Partners ins Spiel kommen. Du mußt als erstes die Musik in den Griff bekommen. Lege eine für Contra Dance geeignete Platte auf. Stehe aufrecht und zähle zu jeder Phrase die Taktschläge, laut oder halblaut, aber nicht stumm: „Eins - zwei - drei - vier, fünf - sechs - siem - acht; eins - zwei - drei - vier ...“ von Anfang bis Ende. Wiederhole das so lange, bis dir die musikalische Phrasierung in Fleisch und Blut übergeht. Achte beim Zählen auch auf den Aufbau der Melodie AABB. Dann wiederhole das Ganze mit einer anderen Platte. Wenn du dich hierin sicher fühlst, versuche eine Figurenansage: „Eins - zwei - drei - vier, fünf und Damenkette; eins - zwei - drei - vier, fünf und jetzt zurück; eins - zwei - drei - vier, fünf und Damenkette; ...“ Hast du eine Figur ein dutzendmal zu deiner Zufriedenheit ausgesprochen, so übe eine andere. Lasse nach und nach die Zahlen verstummen, aber sprich die Figuren laut und deutlich aus. Die Ansage muß genau mit dem 8. Taktschlag der Phrase beendet sein, so daß die Tänzer beim nächsten Taktschlag eins mit der Bewegung beginnen können. Diese Abstimmung von Musik, Tanzruf und Bewegung bewirkt die besondere Schönheit des Contra Dance.

(Es ist möglich, Contra Dance in jeder Sprache anzusagen. Willst du auf Englisch callen, solltest du auch die englische Hälfte dieses Buchs lesen können. In welchen Fällen ich deutsche Tanzrufe für zweckmäßig halte, darüber findet ihr mehr in dem Kapitel DIE SPRACHEN DIESES BUCHES.)

Um die Grundlagen des Contra Dance Callens zu üben, brauchst du keine Tänzer zu beobachten; du brauchst nur die Musik. Du kannst sogar neben den beschriebenen Übungen her Hausarbeiten erledigen, z.B. Geschirr spülen oder Schuhe putzen. Das schult, denn wenn du Tanzleiter wirst, mußt du neben dem Callen her noch manches andere im Auge behalten.

Die hier beschriebene Art, den Tänzer das Stichwort (the prompt) für die folgende Bewegung zuzurufen, wird Prompt Call genannt, und häufig heißt der Contra Caller darum Prompter. Aber es gibt keinen grundlegenden Unterschied zwischen Square Dance Call und Contra Dance Prompt. Alles, was du für Contra Dance lernst, kannst du im Square Dance ebenfalls anwenden.

Für den angehenden Caller ist Contra Dance der beste Weg des Lernens!

Die meisten Caller haben damit angefangen, daß sie einen Singing Call auswendig lernten. Das ist sicher nicht verkehrt, wir haben auf diese Art viele gute Caller bekommen. Aber es ist nicht der leichteste Weg. Der angehende Caller muß hierfür eine brauchbare Singstimme haben, und er muß für 7 mal 64 Taktschläge eine Menge gleichzeitig lernen: den Wortlaut des Calls mitsamt den Füllseln, die Melodie des Gesangs, und die taktrechte Ansage. Er muß 7 mal 64 Taktschläge lang fast pausenlos callen, und wenn er das ausreichend geübt hat, kann er eben diesen einen Singing Call; nicht weniger, aber auch kaum mehr. Dagegen Contra Dance kannst du Schritt für Schritt üben, und was du an Grundlagen gelernt hast, kannst du überall anwenden. Die Schritte sind kurz gefaßt folgende:

  • die Musik in den Griff bekommen;
  • die taktrechte Ansage üben;
  • einen Tanz lernen und und übungsweise callen, noch immer ohne Tänzer;
  • diesen Tanz für Tänzer callen.
Dies ist ein Kapitel aus meinem Buch Leitfaden Contra Dance (Band 1)
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Veröffentlicht 2003-03-30  /  Heiner Fischle, Hannover