Heiner Fischle, Hannover
Ich über mich

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Als ich 1961 von Reutlingen nach Hannover wanderte (das stimmt, ich nahm mir ein Vierteljahr frei und lief den Weg zu Fuß), da war mir klar, daß ich außer den Arbeitskollegen noch einen weiteren Bekanntenkreis brauchte. Abends in Kneipen herumzuhängen liegt mir aber nicht; also suchte ich im Angebot der Volkshochschule nach einem passenden Kurs, z.B. Sprachen. Da fand ich „Volkstanz für Anfänger, 8 Abende 10 Mark“. Zuhause hatte ich mich an Volkstanz nicht herangetraut, weil man dazu einem Verein beitreten mußte, und weil ich mir dabei Schuhplattler vorstellte. Zum Zuschauen fand ich das ganz lustig, aber selber wollte ich das bestimmt nicht tanzen. Bei der Volkshochschule sah ich nun kein Risiko. 8 Abende würden vorbeigehen, 10 Mark machten mich nicht arm, und Schuhplattler konnte es wohl nicht sein? Hätte ich geahnt, wie sehr diese 10 Mark mein Leben veränderten, hätte ich vielleicht doch gezögert. Beim ersten Abend merkte ich gleich, daß dies keineswegs eine reine Anfängergruppe war, sondern die meisten Teilnehmer schon seit längerem mitmachten. Aber ich hatte in der Tanzstunde ganz brauchbar Walzer gelernt und kam dadurch gut über die Runden. Und weil - wie meistens - Frauen eher den Weg in den Tanzkreis fanden als Männer, wurde mir von der Leiterin Lilo Pieper klargemacht, daß es sehr wünschenswert sei, wenn ich auch zu den folgenden Kursen käme.

Zwei Jahre später gab die Volkshochschule alle kulturellen Kurse an die Freizeitheime der Stadt ab. Also mußten wir uns einen neuen Namen suchen. Um zu zeigen, daß wir etwas Moderneres tanzten als überlieferte Volkstänze, nannten wir uns Square Dance Circle Hannover; denn wir konnten 6 Singing Calls auswendig tanzen.

Wieder ein Jahr später zog das Ehepaar Pieper aus Hannover weg, denn es hatte in Hameln ein Haus geerbt. Die Piepers hatten aber einigen Teilnehmern Mut gemacht, Kenntnisse und Material zu sammeln, um Tänze zu leiten. So konnte sich eine Arbeitsgruppe zusammenfinden, die den Tanzkreis weiterführte. Ich selbst spezialisierte mich dabei auf Square Dance. Da ich von Beruf Ingenieur bin, sprach mich die Systematik und Geometrie dieser Tänze an.

Inzwischen hatte ich geheiratet, nach dem Motto: „Nicht vor 30, nicht nach 30“. Und gelegentlich machte ich mir Gedanken über Politik und Wirtschaftslehre. Hier ist mein Tagebuch 1968. (Vorsicht, lang)

Dann erzählte uns jemand, daß es in den USA eine Zeitschrift SETS IN ORDER speziell für Square Dance gebe und man sie über Walter Kögler abonnieren könne. Das tat ich auch. März 1969 ist die erste Nummer, die ich bekam, und seither habe ich das Abonnement immer fortgesetzt. (In dieser Ausgabe war ein Heft über One Night Stands eingebunden; das kommt mir nun wie ein Omen vor.) Genau damals begann die Gruppe, aus der später CALLERLAB entstand, Calls in definierte Programme zu organisieren, und bei SIO kam das gelbe „Caller-Teacher Manual for the Basic Program of Square Dancing“ heraus. Daraus bekamen wir die erste Anleitung für Patter Calls. Der Inhalt entsprach etwa dem, was heute als Basic 1 ... 35 bekannt ist, galt damals aber als das „50-Basics-Program“, denn die Figuren wurden einzeln und nicht familienweise gezählt.

Als ein Leserbrief von mir in SIO veröffentlicht wurde, erfuhr die EAASDC, daß es in Hannover einen Square Dance Circle gebe, und der Präsident lud uns zum RoundUp 1970 ins Bürgerhaus Mörfelden ein. Ich antwortete, daß wir gerade das 50-Basics-Programm gelernt hatten, nicht besonders gut und keinesfalls mehr; aber die Einladung wurde wiederholt. Also organisierten wir eine Gruppenreise. Natürlich merkten wir alsbald, daß wir keine Ahnung hatten, und das reichlich. Einige verdrückten sich gleich in die Nebenräume. Ich versuchte, jeden Tip in einer anderen Ecke des Saales zu tanzen, und machte mich damit zum Schrecken des RoundUps. Meine Entschuldigung ist, daß wir es wirklich nicht besser wußten. Damals kam jedes Jahr zum RoundUp eine Reisegruppe aus den USA und brachte den Caller mit, der das Workshop und den Samstagabend callte. 1 Dollar brachte 4 DMark, da konnten die Amerikaner sich das leisten. 1970 kamen Johnny LeClair und Dave Taylor und machten eine tolle Stimmung; das merkten sogar wir. Auf der Heimfahrt beschlossen wir, Square Dance so zu lernen, daß wir mit gutem Gewissen zum nächsten RoundUp fahren konnten. Wir hatten einen deutschen Caller kennengelernt, der an einigen Wochenenden nach Hannover kam, um uns die fehlenden Kenntnisse beizubringen. Wirklich fuhren wir 1971 wieder zum RoundUp. Als ich dort merkte, daß ich mit den Anderen mithalten konnte, da kam es mir vor, als tanzte ich 5 Zentimeter über dem Boden. Dieses Gefühl kann man wahrscheinlich nur einmal im Leben haben; aber auch die Erinnerung ist schön.

Der Square Dance Circle Hannover (der sich bald in „CLOVERLEAVES“ umbenannte) galt als Trimester-Kurs des Freizeitheims Linden. Dadurch kamen immer wieder neue Teilnehmer. Denen wurden ein paar Begriffe erklärt, dann durften sie eine Runde mittanzen. Den nächsten Tip tanzten die erfahrenen Tänzer. Dann wurde wieder den Neuen etwas erklärt, und so weiter. Die Neuen kamen vielleicht noch ein zweites Mal, dann blieben sie weg. Ich dachte mir Programme aus, wie man mit neuen Leuten einen neuen Kreis aufbauen könnte, und betete nachts im Bett zu Gott um die Gelegenheit, diese Gedanken praktisch zu erproben.

Lister Turm Als 1974 die Musikschule aus dem Lister Turm auszog und dieses Gebäude in ein Freizeitheim umgewandelt wurde, gelang es mir, dort einen Kurs „Square Dance für Anfänger“ einzurichten. Wir tanzten Mittwoch Abends. Aber um dieselbe Zeit wurde die Firma Hävemeier und Sander, für die ich arbeitete, an den finnischen KONE- Konzern verkauft. Da kam es oft vor, daß mir am Montag gesagt wurde, ich müsse am Dienstag zu einer Besprechung nach Finnland fliegen. Dann hatte ich gerade noch Zeit, für Mittwoch Abend einen Ersatz herbeizutelefonieren. Darum wollte ich den Kurs aufs Wochenende verlegen. Dafür gab es aber im Lister Turm keinen Raum, und mein Freund Hermann Rappold schlug vor, nach Hemmingen südlich von Hannover auszuweichen, wo er den Jugendpfleger überredete, diesen Kurs ins Programm zu nehmen.

Ein halbes Jahr später merkten die Stadtväter, daß im Etat Ausgaben für einen Square Dance Caller standen, die nicht beschlossen waren. Vergeblich wurde darauf hingewiesen, daß diese Ausgaben durch die Einnahmen für Kursgebühren gedeckt seien. Bei der „kameralistischen Buchführung“ ist es nicht möglich, einen Bezug zwischen Einnahmen und Ausgaben herzustellen. Kein Wunder, daß die Öffentliche Hand auf keinen grünen Zweig kommt. Wir fanden einen Raum in der Don-Bosco-Kirche in Hemmingen und machten auf eigene Faust weiter. Kurz vor Weihnachten 1976 beschlossen wir, uns mit dem Namen „HAPPY SQUARES HANNOVER“ als Club zu konstituieren.

Ich 1976 Satzungsgemäß beschränkten wir uns auf das Basic-Programm - wer darüber hinaus gehen wollte, sollte bei den Cloverleaves weiterlernen. Als wir 1978 fragten, ob ein solcher Club in die EAASDC aufgenommen werden könne, stand dem in der Satzung nichts entgegen - worauf schleunigst die Bylaws ergänzt wurden, um eine solche Schmach zu verhüten. Aber 1981 beschloß CALLERLAB, das Basic Program (Circle Left bis Box the Gnat) mit dem Extended Basic Program (bis Ferris Wheel) zusammenzulegen, so daß wir uns nun auch in die Ocean Waves hineinwagen mußten.

1972 hatte Don Armstrong bei SIO das Contra Dance Manual herausgebracht. Mit dessen Hilfe und meiner Erfahrung als Volkstänzer lernte ich das Contra Callen. 1983 war mein Repertoire so weit gediehen, daß ich mich daran machte, ein zweisprachiges Buch Leitfaden / A Guide To / Contra Dance herauszubringen - links der deutsche Text mit deutschen Tanzrufen, rechts der englische Text mit englischen Calls.

1984 wollte ich als aktives Mitglied in die ECTA aufgenommen werden. Dafür mußte man damals auf einem Jamboree eine Prüfung ablegen. Mein Callen war nicht allzu schlecht. Aber in der theoretischen Prüfung wurde ich gefragt, wie die Formation nach „Heads lead right, circle to a line“ heiße. Ich erwiderte: „Zero Line.“ - „Nein, das ist eine 1p2p-Line.“ Und den Unterschied zwischen einem True Zero und einem Technical Zero konnte ich auch nicht erklären. Als ich dann noch bekannte, daß ich meine Anfänger auf Deutsch unterrichte und erst danach auf Englisch calle, wurde mir gesagt, ich solle mehr Theorie und mehr Englisch lernen, und in einem Jahr wiederkommen. Ich hatte den Eindruck, daß man mich nicht wollte, weil ich empfohlen hatte, unter bestimmten Bedingungen deutsche Tanzrufe statt englischer Calls zu verwenden. Das galt damals als schwere Ketzerei.

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Stattdessen besorgte ich mir die Unterschriften von Paul Hartman, Don Armstrong, und Al Stevens, und wurde auf der Convention 1986 Mitglied bei CALLERLAB. Auf dieser Convention wurden auch die Grundgedanken des Community Dance Programs vorgeschlagen, so daß es das CDP gibt, seit ich Mitglied bei CALLERLAB bin.

Contra-Gasse In der Woche vorher beherbergte mich Ted (und Jane) Sannella und zeigte mir den Contra Dance Stil in Boston. Und am Samstag nahm mich Bob Dalsemer zu einem echten traditionellen West Virginia Square Dance nach New Creek mit. Diese Eindrücke wurden für mich noch viel wichtiger als die Callerlab Convention.

Kurz nach mir war Günter Asmus, ein anderer Mann aus Hannover, in Boston beim Contra Dance. Wir beschlossen, etwas Ähnliches in Hannover aufzuziehen. Günter fand einen Raum im Freizeitheim Stöcken, der jeden zweiten Montag frei war und uns kostenfrei überlassen wurde. Es sollte kein Club werden, sondern ein offenes Angebot, und die Teilnehmer sollten nur an den Abenden bezahlen, an denen sie tanzten.

Im selben Jahr beschlossen die Happy Squares, das volle Mainstream Programm zu lernen, um von anderen Clubs unabhängig zu sein. Da ich durch das offene Angebot für Contra Dance wieder jederzeit neue Interessenten annehmen konnte, gab ich diesem Wunsch nach.

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Jutta und ich Das Square Dance Zeichen im Vorgarten war ein Geburtstagsgeschenk meiner Frau Jutta.

1992 bat mich ein Cowboy-Club in Seelze, Traditional Square Dance zu callen. Aber diese Gruppe kriegte immer wieder internen Streit. Mehrmals blieben die eingeübten Leute weg, und ich mußte wieder von vorne anfangen. Im Herbst 1993 hatte ich das Leid. Da der Raum in Stöcken inzwischen jeden Montag frei war, biete ich dort seither 14-tägig wechselnd Contra Dance und Traditional/Easy Square Dance an.

1998 wurde es absehbar, daß der KONE-Konzern die Produktion in Hannover einstellen wollte, und mein Arbeitsplatz und meine bisherigen Konstruktionen damit hinfällig würden. Das bedrückte mich. Und bei den Happy Squares wurden manche mit mir unzufrieden. Zum Einen ist nicht zu überhören, daß ich mein Englisch in den Südstaaten lernte - in den Südstaaten von Deutschland natürlich. Zum Anderen kümmere ich mich um die Tänzer im „unteren Drittel“ und bringe es nicht übers Herz, für vier Squares solange zu callen, bis drei Squares stehen und nur noch einer tanzt. Das mißfällt aber den Tänzern, die sich für das obere Drittel halten. Der Vorstand forderte mich auf, nur noch zwei Tips je Clubabend zu callen, weil meine Art dem Club schade. Ich verlangte eine Abstimmung. Unmittelbar vor dieser Abstimmung erklärte Reiner Wrede, der andere Club-Caller, sein Ausscheiden, weil er die Streitereien im Club satt habe. Trotzdem stimmte die Mehrheit dem Vorstand zu - der allerdings nur amtierender Vorstand war, weil auf der vorhergehenden Mitglieder-Versammlung die Neuwahl eines Präsidenten gescheitert war. Nun erklärte ich ebenfalls mein Ausscheiden.

Die Stöckener Gruppe, die bis dahin als zweiter Clubabend der Happy Squares galt, trat nun als OPEN COUNTRY in die EAASDC ein. (Deren Satzungsänderung von 1978 ist zurückgenommen.)

Im Mai 1998 kam ein Hilferuf der Wild Folks Wolfenbüttel, die sich mit ihrem Caller überworfen hatten. Zunächst versuchten sie, mit vier sich regelmäßig abwechselnden Callern die laufende Class zu Ende zu bringen. Später fanden sie einen angehenden Caller aus der Nachbarschaft, welcher 3 Abende im Monat übernahm. Nun habe ich zwar einen Führerschein, aber kein Auto; und zwei Stunden mit der Bahn nach Wolfenbüttel zu fahren - und vor allem nachts wieder zurück - ist doch ziemlicher Stress. So war ich ganz zufrieden, als die Wild Folks 2001 beschlossen, sich auf ihren lokalen Caller zu beschränken. Aber es war ein großer Trost für mich, daß dieser Club auf mich vertraute zu einer Zeit, als die Happy Squares mich rausekelten.

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1999 wurde das Freizeitheim Vahrenwald, welches lange wegen Asbest geschlossen war, nach einem völligen Umbau neu eröffnet. Ich konnte dort zu denselben Bedingungen wie in Stöcken ein weiteres Angebot machen. Allerdings vermied ich es, Square Dance und Contra Dance zu trennen. Im Herbst 2000 mußte ich jedoch „für ein Vierteljahr“ in den Stadtteiltreff Sahlkamp umwechseln, weil der Kleine Saal für eine Ausstellung benötigt wurde. Im Sahlkamp wurde ich aber dringender gebraucht als in Vahrenwald, (so kam es mir jedenfalls vor), darum machte ich diesen Wechsel dauerhaft.
Leider ist der Stadtteiltreff seither herabgekommen. Die Cafeteria wurde geschlossen, mangels Umsatz und mangels Zuschüssen der Stadt. Abends sind kaum noch andere Gruppen da. Obendrein fing der Hausmeister Streit mit uns an über die Schließzeit. Seit dem 10. Oktober 2006 tanzen wir im Gemeindehaus der Epiphanias-Kirche, zwei Straßen weiter. Dieser Raum kostet zwar Geld, aber er wirkt viel freundlicher. Und man hat mir einen Schlüssel anvertraut, so daß wir beliebig enden können.

Ich hätte ja gerne eine Gruppe, für die ich Mainstream unterrichten und callen kann, und 2001 hatte ich donnerstags noch Zeit. Jemand sagte mir, daß es in der Tiefenriede einen Raum gebe, der an diesem Tag zu haben sei. - Ja, aber nur Donnerstag Nachmittag. - Was tun? Goethe sagte:
    Das Mögliche soll der Entschluß
    beherzt sogleich beim Schopfe fassen.
    Er will es dann nicht fahren lassen
    und wirket weiter, weil er muß.
Anfangs war diese Gruppe recht klein, so daß ich notgedrungen zum Experten für 3-Paar-Tänze wurde. Aber inzwischen macht es sich.

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Tündern Im Frühjahr 2004 suchte Bruno Täuber einen Caller für eine neu zu gründende Square Dance Gruppe in Tündern bei Hameln. Nachdem ich im Internet ein Luftbild von Tündern gefunden hatte, sagte ich zu. Wenn in einem so kleinen Ort eine lokale Square Dance Gruppe auf keinen grünen Zweig kommt, konnte mir niemand die Schuld daran geben. Obwohl ich von Wolfenbüttel her weiß, wie stressig Bahnfahren ist, konnte ich nicht widerstehen. Und ich behaupte, daß ich der einzige Caller weit und breit bin, der fähig war, diese Aufgabe zu übernehmen.
Rechtlich sind wir eine Sparte des TSV Schwalbe Tündern. Darum wurde vorgeschlagen, diese Gruppe „Weserschwalben“ zu nennen. Aber die Teilnehmer meinten, daß dies zu wenig über uns aussage, und beschlossen den Namen Weser Fun Dancers Hameln. (Kann sich jemand vorstellen, wie stolz mich das machte?)
An guten Tagen konnten wir aus eigener Kraft zwei Squares aufstellen. Aber je umfangreicher die Figurenliste wird, desto mehr bröckelt die Teilnehmerzahl. Das scheint leider unvermeidlich.

Trotzdem wünschte ich eine Gruppe, für die ich in Hannover Mainstream callen kann. Mit einigem Zureden fand ich bei Open Country 10 Leute, die das auf sich nehmen wollten, und als ich in der Epiphanias-Kirche einen passenden Raum in der Nachbarschaft fand, begannen wir dort am 7. Juni 2006 einen Mainstream-Kurs. Vier Monate später haben wir das Basic Programm gelernt - sind aber noch weit davon entfernt, es zu beherrschen.

Im vorigen Jahrtausend sagte ich, daß ich mit 70 Jahren mit dem regelmäßigen Callen aufhören wolle. Das Gegenteil ist eingetreten: Ich hörte mit dem unregelmäßigen Callen auf (zweimal monatlich Happy Squares, alle 14 Tage Contra, alle 4 Wochen Wolfenbüttel). Inzwischen hat jede Woche ihren gewohnten Ablauf.

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Am 27. Januar rutschte ich auf Glatteis unter einer dünnen Schneedecke aus, brach die linke Schulter und fiel für eine Woche aus. (Die Ärzte wollten das mit einem Nagel fixieren; aber als ich nach anderthalb Tagen auf dem Operationstisch lag, hatte der natürliche Heilungsprozess bereits begonnen. Da wollten sie nicht mehr eingreifen.) Auf den 4. Februar war die erste Graduation der Weser Fun Dancer angesetzt. Ich schaffte es, an diesem Tag wieder zu callen, wofür sie sich mit herzlichen Worten bedankten.
Aber 14 Tage später bestellten sie einen jüngeren Caller, der hoffentlich auch noch im nächsten Jahrzehnt für sie callen kann.
Ich hatte diese Gruppe auf mich genommen in der Hoffnung, dort im Laufe der Zeit gepflegtes Mainstream callen zu können. Nun fühle ich mich um den Lohn meiner Mühe betrogen. :-(
Im Sommer streikten allerdings die Lokführer, und der Schienenverkehr zwischen Hameln und Hannover wurde unregelmäß. Vielleicht war dies doch die bessere Lösung.
Der Mainstream Kurs in Epiphanias wurde am 13. Juni freigesprochen (graduiert). Aber danach lief alles auseinander; wohl weil der vierte und dringend benötigte Mann nach jedem dritten Call an die richtige Stelle geschoben und/oder in die richtige Richtung gedreht werden mußte. Darum stellte ich dieses Projekt Ende Oktober ein. :-(

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Seit Weihnachten ist meine liebe Frau Jutta praktisch bettlägerig, und ich muß mich vermehrt um den Haushalt kümmern. Mittagessen bekommen wir von den Johannitern, und einmal wöchentlich kommt für 3 Stunden eine Haushaltshilfe zum Putzen.
Obendrein bekam ich Ende Februar einen Bluterguß im rechten Oberschenkel, stürzte, und konnte einige Wochen nur gaaanz laaangsam gehen. Darum beendete ich die Donnerstag- Nachmittag- Gruppe. :'-(
Mithin calle ich nur noch zweimal wöchentlich, wo ich vor zwei Jahren fünf regelmäßige Termine hatte.
Am 6. Oktober starb meine Frau.
Aber die Welt dreht sich weiter.

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Schmochtitz 2009 Der Bundesverband Seniorentanz hat mich 2007 eingeladen, auf dem Internationalen Tanzleiterkongress in Willingen ein Seminar für Contra Dance zu halten. Das kam sehr gut an, und ich werde seither zu weiteren Lehrgängen gerufen. Die Lehrgangs-Berichte findet ihr auf einer eigenen Seite.
Das nebenstehende Bild wurde am Sonntag-Vormittag auf dem Lehrgang in Schmochtitz bei Bautzen aufgenommen.
Außerdem besuche ich wieder die Happy Squares. Von denjenigen, die mich 1999 hinausgeekelt haben, ist kaum noch jemand da. Dafür gibt es eine Menge neue Mitglieder, die bei Open Country mit Square Dance begonnen haben.

Im April hatte ich die Gelegenheit, an 7 aufeinanderfolgenden Tagen zu callen:
18. April: ein Gasttip bei den Happy Squares.
19. April: In Lehrte fällt Ingrid Michels aus; wir teilen uns reihum das Anleiten.
20. April: Kein Raum im FZH Stöcken, aber ich kann einen Gasttip bei den Square Couples Langenhagen callen.
21. April: Open Country Epiphanias.
22. - 24. April: Lehrgang für den Verband Seniorentanz Hessen in Mücke.

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Im Oktober 2009 wurde ich auf die Begegnungsstätte Vahrenheide aufmerksam und vereinbarte, dort offenen Square Dance anzubieten. Ehrenamtlich, aber ich bekomme pro Nachmittag 10 € Aufwandsentschädigung. Die Einwohner des Viertels haben zur Hälfte Migrations-Hintergrund. Das zeigt sich bei den Teilnehmern. Mit Deutsch kommen sie zurecht; aber mit Englisch ist nichts zu machen.

Im Februar entließen die Square Couples Langenhagen die Callerin der Anfänger-Class. Aber diese Class folgte ihrer Callerin und gliederte sich als zusätzlicher Abend an Open Country an, den wir nun gemeinsam betreuen. Im Advent 2010 haben wir das Mainstream-Programm abgearbeitet. Diese Gruppe macht sich ab 2011 als Lucky Stars Hannover selbständig.
Mit Bart Januar 2011 So habe ich nun wieder 4 regelmäßige Termine je Woche.

Leider wurden meine Augen immer schlechter, und ich hatte nur noch 10% Sehfähigkeit. Deshalb ließ ich mich Anfang Dezember operieren und sagte alle Termine für den Rest des Jahres ab.
Im Krankenhaus konnte ich mich nicht rasieren; und danach ließ ich den Bart bis in den Januar stehen. Viele Teilnehmer - vor allem Frauen - rieten mir, den Bart zu behalten. Aber nach und nach wird er zurückgeschnitten. Seit Ostern bin ich glattrasiert, denn im Juli will ich zur National Square Dance Convention nach Detroit fliegen. Da muß ich meinem Passbild ähnlich sehen.

Seit Frühjahr 2010 ist der Saal im Freizeitheim Stöcken nicht mehr benutzbar, weil die Holzkonstruktion des Daches unsicher wurde. Ich weiß nicht, ob es daran lag - aber es gelang mir nicht, neue Teilnehmer zu werben. Und viele der bisherigen Teilnehmer blieben weg. Teils wegen mangelnder Gesundheit, teils weil sie inzwischen das Mainstream Programm gelernt hatten und wenig Interesse an Offenem Squaredance haben.
Nachdem dreimal nacheinander weniger als vier Teilnehmer kamen, lud ich für den 28. März 2011 zu einer Abschiedsparty ein. Da kamen noch einmal 14 Leute zusammen; aber nun ist Schluß.

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Seit 2011 calle ich wöchentlich
dienstags offenen Square Dance für Open Country Hannover
mittwchs gemeinsam mit Marion Rump Mainstream für die Lucky Stars Hannover
donnerstags alles Mögliche für den Seniorensevice Hannover in der Begegnungsstätte Plauener Straße 23 A

Montags besuche ich gelegentlich die SQUARE COUPLES Langenhagen
freitags die CLOVERLEAVES HANNOVER
und samstags vierzehntägig ziemlich regelmäßig die HAPPY SQUARES HANNOVER, falls ich nichts anderes vorhabe.

So geht die Woche hin.


ECTA
The European Callers & Teachers Association e.V.

In Recognition of Outstanding Service
to the Square Dance Activity
this Certificate is Awarded to

Karl-Heinrich Fischle
in Appreciation for Calling & Teaching Square Dance for more than
40 years

on the 21st day of June, 2014       Michael Franz, ECTA President



Ehrenurkunde

40 Jahre Caller

Heiner Fischle

Wird heute die Ehrenurkunde für seine außerordentliche Arbeit als Caller verliehen.
Vielen Dank für die Arbeit, die du geleistet hast, damit auch in Hannover der Square Dance entstehen konnte.

Hannover, den 6. Dezember 2014

Tanja Hape / Happy Squares



Urkunde
Die
Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V.
dankt

Karl-Heinrich Fischle

aus Hannover für
40 Jahre
Freundschaft und Hilfe
für blinde und anders behinderte Menschen in den Armutsregionen der Welt.

Danke!
Bensbeim, 18. Dezember 2014
Dr. Rainer Brockhaus       D. Peter Schießl
CBM Deutschland e.V. / Nibelungenstraße 124 / 64625 Bensheim

Seit 1994 spende ich ein Viertel meines „finanziellen Applauses“ (abzüglich Raummiete, Mitgliedsbeiträgen, Kosten für Tonträger usw.) an die Christoffel Blindenmission. Das ist meine Art, dieses Einkommen zu versteuern, und ich bin sicher, es kommt hilfreicher als durch staatliche Entwicklungshilfe.


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Im Herbst 2015 blutete ich immer öfter aus dem Penis; suchte darum einen Urologen auf und lies mir schliesslich über die Weihnachtstage im Kankenhaus Siloah den Penis wegmachen. Aber das genügte nicht: die Lymmphdrüsen mussten auch ausgekratzt werden. Dabei erlitt ich einen Schlaganfall und konnte zwei Tage kein verständiches Wort reden.
Ich wurde zwei Wochen ins Nordstadt-Krankenhaus verlegt, mit etlichen Transporten hin und her, und dann drei Wochen zur Rehabilitation nach Coppenbrügge. Am 1. März kam ich wieder nach Hause.
Jetzt muß ich sehen, wie ich mit dem täglichen Leben zurechtkomme.

Siehe Kalender


Weitere Informationen zum Vergleich:
CLOVERLEAVES und dort anklicken: Die Cloverleaves --- Museum
35 Jahre Erfahrung mit der EAASDC (2005)   <°(((((((><
20 Jahre Open Country Hannover (2006)   <°(((((((><

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Veröffentlicht 2003-05-05  /  fortgeschrieben 2016-11-11  /  Heiner Fischle, Hannover