Wörterbuch Square Dance ...und was ich sonst noch sagen wollte
© Heiner Fischle, Hannover

Grand Square : Grand Square ist eine der ältesten Square Dance Figuren und findet sich schon in einem Manuskript von 1648. Sie ist sehr beliebt als → Break in → Singing Calls, weil sie dem Caller Gelegenheit gibt, einige Zeilen Text zu singen. Nach jetziger Definition wird sie einschließlich → Reverse getanzt. Sie umfaßt dann 32 Taktschläge, und das bedeutet 32 Schritte. Viele Tänzer sind aber früher fertig und tanzen noch ein paar Schritte Swing. Wer dafür Zeit hat, hat vorher schlampig getanzt. Es kommt davon, daß man nicht rückwärts auf die äußere Ecke geht, sondern gleich eindreht und die Ecke abschneidet. Ich habe schon manche Dame in der Mitte warten lassen, bis ich auf dem korrekten Weg zur richtigen Zeit an die Stelle kam, um mit ihr weiter zu tanzen. Noch schlimmer finde ich es, wenn die Tänzer mit Gejohle und Gekreisch in die Mitte und heraus schassieren. Meist paßt das zur Stimmung der Musik wie Ketchup zu Wiener Schnitzel. Tanzen sie vier Schritte hinein und vier heraus, so kann ich es noch ertragen. Wenn sie aber mit zwei Schritten hineinhüpfen und mit zweien heraus und mich dann umrennen wollen, dann werde ich knörig.

Hash : Frikassee . In den 50er Jahren begannen die Caller, die Figuren des Traditional Square Dance in kleine Stücke zu zerhacken und diese Stücke ohne erkennbare Reihenfolge zu callen. Heute bedeutet Hash meist, daß ohne Ruhepause gecallt wird, also ohne Calls wie Dosado, Forward and Back und → Check your (Formation). Hot Hash deutet auf ein Tempo von 136...140 Schritten pro Minute.

he-he-she-she (hi-hi-schi-schi) : Eine Formation, in der auf einer Seite zwei Herren stehen und auf der anderen zwei Damen.

Märchenstunde : Vortrag des Callers oder eines anderen Clubmitglieds über andere Themen als die Basics. Es soll mich freuen, wenn ein Stichwort aus diesem Heft als Grundlage dient.

Mitmach-Aktion : Eine Square Dance → Demonstration macht besonders Spaß, wenn man die Zuschauer zum gemeinsamen Tanzen begeistern kann. Das muß natürlich mit möglichst wenig Unterweisung laufen. Eine Mitmach-Aktion ganz ohne Unterweisung ist in meinem Manuskript Traditional Square Dance beschrieben.

Mixer : Einfacher Tanz auf der Kreisbahn, bei dem in jedem Durchspiel jeder einen neuen Partner bekommt. Eine schöne Gelegenheit, daß jeder Herr jeder Dame zulächeln kann - aber leider beim Wettrennen durch die Programme ziemlich aus der Mode gekommen.

One Night Stand : In Amerika und England kommt es häufig vor, daß Vereine oder Gruppen für ein fröhliches Beisammensein einen Caller anheuern, der für zwei Stunden die Leute zum Tanzen bringt, ohne daß daraus eine Fortsetzung entsteht. Das ist in Deutschland leider (noch) ziemlich unbekannt. (Da der Begriff inzwischen einen unanständigen Beigeschmack hat, sollte man wohl besser "One Night Party" sagen.)

Open House : Ein Anfängerkurs beginnt meist mit einem Tag der offenen Tür, Schnupper-Abend, oder wie immer man es nennt. Für diesen Tag muß natürlich kräftig Werbung gemacht werden. Die sicherste Werbung ist es, wenn ein Clubmitglied jemanden aus dem Bekanntenkreis unter den Arm klemmt und mit mehr oder weniger sanfter Gewalt herbeischleppt. Für diesen Tag darf kein Eintritt oder Beitrag genommen werden.

Scatter Promenade : Paarweise Promenade kreuz und quer auf der Tanzfläche. Führt meist zu → Mini-Squares mit einem beliebigen anderen Paar.

Squeeze : Jemanden in den Arm nehmen und drücken. (Auf Englisch auch: Hug)

Yellow Rock : Wörtlich übersetzt Gelber Fels. Wahrscheinlich zusammengezogen aus Yell Oh! and rock (rufe Oh! und schaukle). Ein → Squeeze mit dem Corner.


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Veröffentlicht 2003-03-22   /   modifiziert 2004-08-01   /   Heiner Fischle, Hannover