Wörterbuch Square Dance ...und was ich sonst noch sagen wollte
© Heiner Fischle, Hannover

Bolo Tie : Schnur mit verzierten Enden, die um den Hals getragen wird, von einer Bolo Slide zusammengehalten. Der Name kommt von der Bola, den mit einer Schnur verbundenen Wurfkugeln, welche die argentinischen Gauchos statt des Lassos verwenden. Diese Bola wurde - vermutlich in einer leichteren und prächtigeren Ausführung - auch bei Fiestas um den Hals getragen. Irgendwie kam dieser Brauch nach Mexico und Texas. Inzwischen sind die Kugeln ziemlich verkümmert, dafür wurde die Slide immer prächtiger. Eine Bolo Tie oder → Scarf Tie gehört zur vollständigen Tanzkleidung des Herrn.

Kleidung : Das Wichtigste sind bequeme Schuhe mit gleitfähigen Sohlen. Glatte Sohlen auf schlüpfrigem Boden sind natürlich ein Risiko; aber mit Vorsicht und Gleichgewicht kann das beherrscht werden. Überhaupt ist unser → Tanzschritt eine gute Vorübung für Gehen auf Glatteis. Stumpfe Sohlen auf stumpfem Boden ermüden ungemein und können einem den schönsten Tanz verderben. Turnschuhe sind deshalb meist nicht geeignet. Halbhohe Absätze sind für die Damen zulässig. Spitze Absätze sind in jedem Fall verboten (siehe → Raumpflege). Sandalen oder gar barfuß tanzen sind unerwünscht.
Zur traditionellen SquareDance-Kleidung gehören für den Herren lange Hosen und ein langärmliges Hemd, möglichst farbig bis bunt. Ein Western-Hemd mit Schulterpatten, zwei Brusttaschen und Stickerei oder Fransen sieht natürlich noch toller aus. Dazu eine → Bolo- oder → Scarf-Tie und das Club-Badge, und jeder erkennt den Square Dancer.
Die 50er Jahre waren die Boomzeit des modernen Square Dance. Das sieht man noch heute an der Tanzkleidung der Damen: Petticoats und knielange Röcke. Vor Jahrzehnten hatte ein Boardmitglied der ECTA erklärt, daß er eine Dame nicht graduieren würde, die keinen Petticoat anschaffen wollte. Inzwischen sind in den USA auch Prairieskirts als Tanzkleidung anerkannt, wadenlange Röcke mit genügend Weite für bequemes Tanzen. Das würde in Deutschland etwa einem Dirndl oder sonstigen Trachtenkleid entsprechen.
Bei → Special Events ist traditionelle Kleidung mindestens am Samstag Pflicht. Am Freitagabend und Sonntag wird Reisekleidung geduldet - aber nicht bei den Schuhen.
Als korrekte SquareDance-Kleidung werden in den Staaten inzwischen auch kurzärmelige Hemden für die Herren und lange Hosen für die Damen angesehen.
Als lässige Kleidung (casual) werden z.B. T-Shirts betrachtet.
Beim → Contra Dance sind Petticoats nicht wünschenswert, weil sie zuviel Platz brauchen. In den Neu-England-Staaten, wo es das beste Contra Dancing gibt, mit live Music und langen, energischen Swings, wird grundsätzlich in lässiger Kleidung getanzt.
Beim Clubabend wird es mit Tanzkleidung sehr unterschiedlich gehalten. Wo jeder Clubabend ein kleines Fest mit Freunden ist, da kleidet man sich gerne festlich. Wo der Clubabend ein Trainingsabend ist, um sich zu bewegen und für Special Events fit zu halten, da zieht man sich so lässig wie möglich an.
Für → Fun Badges und Faschings-Parties gelten natürlich besondere Regeln.
Und noch ein Wort von Schiller : "Gott nur siehet das Herz. - Darum eben, weil nur Gott das Herz sieht, sorge, daß wir doch auch etwas Erträgliches sehen."

Knoblauch : Knoblauch ist sehr gesund. Er verhindert Verkalkung und hilft angeblich auch gegen Vampirbisse. Leider bewirkt er Körpergeruch, der auf manche Menschen abstoßend wirkt. Greta Garbo hat vor Liebes-Szenen ausgiebig Knoblauch gefrühstückt, um zu verhindern, daß ihr die Filmpartner zu nahe auf den Leib rückten. An Tagen, an denen man tanzen geht, sollte man auf diese Würze verzichten.

Petticoat : Ursprünglich Name für das gepolsterte Unterzeug, welches Ritter unter der Rüstung trugen. Inzwischen Bezeichnung für die bauschigen Unterröcke, die in den 50er Jahren Mode waren und immer noch zur üblichen Square Dance → Kleidung gehören.

Scarf Tie : Schmales Halstuch, das mit einer Scarf Slide zusammengehalten wird. Scarf Tie oder → Bolo Tie gehören zur traditionellen Tanzkleidung für den Herrn.

Schmuck : Ringe mit scharfen Steinen - oder auch dicke Siegelringe - sind eine Gefahr für die Mittänzer. Lang herabhängende Perlenketten können bei einer ungeschickten Bewegung plötzlich reißen und ihren Inhalt über die Tanzfläche verstreuen. Auch wenn Square Dancer keine Schweine sind, sollte man ihnen doch nicht Perlen vor die Füße streuen. Kurzum - denkt bei Schmuck nicht nur an die optische, sondern auch an die physische Wirkung auf die Mittänzer.

Shops : Auf den meisten → Special Events findet man Stände, wo es Square Dance Kleidung und Accessoires zu kaufen gibt. Das ist ein dankenswerter Service. Die Verkäufer haben eine Menge Arbeit und auch ein ziemliches Risiko zu tragen und verzichten auf die Gelegenheit zu tanzen.

Skirt Work : Bei Promenade und Courtesy Turn kann die Dame mit der rechten Hand den Rock im Gegentakt zu ihren Schritten schwenken.

Tabak : Meistens ist Rauchen in den Tanzräumen verboten - inzwischen sogar gesetzlich. Übrigens: wer einen Raucher küßt, der trinkt auch Rheinwasser. (Von Basel an abwärts.)

Zwiebel : Zwiebeln sind sehr gesund. Sie fördern die Verdauung und die Potenz und wurden deshalb schon von Ovid in seiner Ars Amatori empfohlen. Leider bewirken sie auch Körpergeruch, der auf manche Menschen abstoßend wirkt. Darum sollte man an Tagen, an denen man tanzen geht, auf diese Speise verzichten.


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Veröffentlicht 2003-03-22   /   modifiziert 2008-06-01   /   Heiner Fischle, Hannover