Wörterbuch Square Dance ...und was ich sonst noch sagen wollte
© Heiner Fischle, Hannover

Asymmetrische Choreographie : Werden zu Beginn eines Ablaufs nur zwei Personen angesprochen (z.B. "Couple #1 only half sashay" oder "Man #1 and Corner box the gnat"), dann können daraus ganz ungewohnte Aufstellungen entstehen. In diesem Fall ist es erforderlich, daß sich alle Tänzer strikt nach den Calls richten und nicht versuchen, etwas zu korrigieren, was ihnen falsch scheint. Üblich ist → symmetrische Choreographie.

Clinic : In Amerika werden Seminare, die auf Veranstaltungen angeboten werden, oft als Clinic bezeichnet.

Demonstration : Oft werden Square Dance Clubs gebeten, bei irgend welchen Anlässen vorzutanzen, und in der Regel wird dieser Bitte auch entsprochen. Es ist eine Gelegenheit, Square Dance bekannt zu machen, und meist wird auch die Clubkasse aufgebessert. Square Dance Kleidung ist Pflicht; eine einheitliche Clubkleidung muß aber nicht sein. Sie beeindruckt die Zuschauer zunächst, macht es aber dann schwieriger, die Abläufe zu verfolgen. Es sollen möglichst deutlich sichtbare Figuren gecallt werden; Star Promenade ist für die Zuschauer ansprechender als Spin Chain Thru. Und meist bekommen Singing Calls mehr Applaus als Patter.

Flyer : Handzettel, auf denen zu → Special Events eingeladen wird. Sie müssen mindestens folgende 4 Fragen beantworten: Wer? Was? Wann? Wo?
Es ist üblich, bei Special Events Flyer für künftige Veranstaltungen auszulegen, oft bereits adressiert für die anderen Clubs. Adressierte Flyer müssen alfabetisch sortiert sein, sonst werden sie nicht abgeholt. Wer Flyer auslegt, muß zum Schluß die Restbestände wieder einsammeln.

Grand March : Einfache Polonaise zur Eröffnung des Tanzabends bei → Special Events. Es gehört zu den wichtigsten Pflichten des → MC, den Grand March zu leiten. Dies ist der übliche Ablauf: Das Clubboard und die beteiligten Caller werden aufgerufen und stellen sich (mit Partner) in die erste(n) Reihe(n) vor der Bühne; je nach Größe des Saals und der Veranstaltung vier oder acht Paare je Reihe. Die übrigen Tänzer reihen sich dahinter auf. Dann marschieren sie nach Anweisungen des MC den Saal hinunter und herauf. Wenn alle wieder zur Bühne schauen, werden allgemeine Ansagen gemacht, z.B. wieviele Tänzer aus wievielen Clubs teilnehmen, und ggf. werden Ehrengäste begrüßt. Dann werden aus den Reihen Squares gebildet, und der MC callt den ersten Tip.

Letzter Tip : Beim Clubabend sollte man den letzten Tip mittanzen - oder wenigstens eine halbe Stunde vorher weggehen. Unmittelbar vor dem letzten Tip aufzubrechen ist eine Kränkung des Callers. (Wer öffentliche Verkehrsmittel benutzt, ist entschuldigt.) Bei Special Events tanze ich aber oft den letzten Tip nicht mehr mit. Es hat sich eingebürgert, daß nach dem letzten Singing Call noch ein allerletzter Singing Call herausgeklatscht wird, und danach noch ein aller-allerletzter, usw. etc.. Das gefällt mir nicht. Wenn es wieder üblich würde, am Ende des letzten Tips einen deutlichen Schlußpunkt zu setzen, würde ich vielleicht öfter mittanzen. In den 70er Jahren schloß man häufig mit der Platte Turn out the Lights. Inzwischen gibt es eine Menge Platten mit einem passenden Thema - aber sie werden selten benutzt. Stattdessen drehen viele Caller für den letzten Tip die Musik nochmals etwas lauter und/oder etwas schneller, und das ist bei mir dann oft jenseits der Schmerzgrenze. Übrigens - während des letzten Tips ist Platz im Umkleideraum und kein Gedränge am Getränkestand.

MC : Master of Ceremony. Der MC ist für den Ablauf des Programms verantwortlich. Er sagt die beteiligten Caller an, und zu Beginn des Haupt-Abends leitet er den → Grand March.

Pre-Registration : Vor-Anmeldung bei einem → Special Event. Meist zu einem günstigeren Preis als am Tag der Veranstaltung.

Registration : Anmeldevorgang bei einem → Special Event. Meist bezahlt man sein Badge und trägt sich in die Gästeliste ein. (Siehe auch → Pre-Registration.)

Special Event : Allgemeine Bezeichnung für Veranstaltungen, zu denen Besucher von anderen Clubs besonders eingeladen werden. Ein Special Event muß über die → EAASDC bei der GEMA angemeldet werden.

square your set : Aufforderung, den Square rechtwinklig auszurichten - aber nicht unbedingt, auf die Home Position zurückzukehren. Besonders bei → asymmetrischer Choreographie schickt der Caller zunächst die Tänzer auf neue Plätze, von denen aus dann die eigentliche Figur beginnt.

Symmetrische Choreographie : Es gibt zwei Arten Symmetrie: Spiegel-Symmetrie und Rotations-Symmetrie. A und T sind spiegel-symmetrische Buchstaben. Sie können um die Mittellinie gefaltet werden, und jede Hälfte bedeckt dann die gleiche Fläche. S und Z sind rotations-symmetrische Buchstaben. Man kann eine Nadel in den Mittelpunkt pieken und die Figur um 180° drehen. Dann bedeckt sie wieder genau dieselbe Fläche. Symmetrische Choreographie wird oft auch als spiegelbildliche Choreographie bezeichnet. Dies ist nicht korrekt, da es sich um Rotations-Symmetrie handelt. Man kann den Grundriß des Squares um 180° um den Mittelpunkt drehen und hat dann genau dieselbe Anordnung hinsichtlich Boys und Girls, Head Couples und Side Couples. Dies kommt dadurch zustande, daß jeder Call an beide Head Couples und/oder an beide Side Couples gerichtet wird. Etwa 99% dessen, was heutzutage gecallt wird, ist symmetrische Choreographie. Für den Caller hat es den Vorteil, daß er nur ein Head Couple und ein Side Couple richtig sortieren muß. Für die Tänzer hat es den Vorteil, daß sie sich an der jeweils anderen Hälfte des Squares orientieren können, wenn Unsicherheiten einschleichen. Siehe auch → Asymmetrische Choreographie.


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Veröffentlicht 2003-05-18   /   modifiziert 2004-08-01   /   Heiner Fischle, Hannover