Wörterbuch Square Dance ...und was ich sonst noch sagen wollte
© Heiner Fischle, Hannover

Patter Call : Bewegungsfolge ohne enge Bindung an die Musik, die den Tänzern vom Caller in einer Art Singsang zugerufen wird. Der Name kommt von den kleinen Versen (Patter = Gequassel), die früher von den Callern eingestreut wurden, während die Tänzer eine längere Bewegung auszuführen hatten. Als Musik wird üblicherweise ein → Hoedown benutzt. Neuerdings benutzen viele Caller auch zum Pattern Singing Call Musik. Das geht; wenn aber alles gleich gültig ist, wird es schließlich gleichgültig.

Prompt Call : Stil des Callens, bei der den Tänzern lediglich die Bewegungsnamen angesagt werden (Prompt = Stichwort), und zwar derart auf die Musik abgestimmt, daß die angesagte Bewegung mit dem Beginn der nächsten musikalischen Phrase begonnen werden kann. Diese Art des Callens ist vor allem im Contra Dance gebräuchlich, weshalb der Contra Caller oft als Prompter bezeichnet wird.

Sight Calling : Callen auf Sicht. Die meistgebrauchte Art, die Squares zum Left →  Allemande zu ordnen. Der Caller merkt sich zwei nebeneinander stehende Paare im →  Kontrollsquare. Wenn er meint, daß es Zeit für einen → Break sei, versucht er, diese beiden Paare wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen. Das gelingt natürlich nur, wenn der Kontrollsquare ohne Fehler getanzt hat. Spitzencaller merken sich darum mehrere Kontrollsquares.

Singing Call : Figurenfolge zu einer sangbaren Musik, die auf die Struktur der Musik abgestimmt ist. Jeden Monat werden in den USA etwa 20 neue Singing Call Platten herausgebracht, üblicherweise eine Seite mit Calls, die andere Seite nur Musik. Bei 99,5% aller neuen Platten paßt die Musik zum Standard-Schema: 7 Durchspiele mit jeweils 8x8 Taktschlägen. Danach kommt oft noch ein Nachspiel ("Tag" genannt) für einen abschließenden Swing.
Das Standard-Schema hat folgenden Aufbau:
Einleitung    alle Paare gleichmäßig     ohne Partnerwechsel    Opener, Introduction
Figur   Kopfpaare beginnen   mit Partnerwechsel   Figure (Change)
Figur   Kopfpaare beginnen   mit Partnerwechsel   Figure
Mittelteil   alle Paare gleichmäßig     ohne Partnerwechsel   Break
Figur   Seitpaare beginnen   mit Partnerwechsel   Figure
Figur   Seitpaare beginnen   mit Partnerwechsel   Figure
Schluß   alle Paare gleichmäßig     ohne Partnerwechsel   Closer, Ending
Beim Partnerwechsel bekommt jeder Herr entweder den Corner oder die Right Hand Lady als neuen Partner. (Corner Progression bzw. RHL Progression)
Die Struktur der 7 Durchspiele ist meist deutlich zu hören. Oft kommt es vor, daß man nach der abschließenden Promenade auf der → Home Position angekommen ist, von dem Durchspiel aber noch 4 bis 8 Taktschläge übrig sind. In diesem Fall darf man - statt herumzustehen - gerne einige Schritte Swing tanzen. Dieser Swing darf aber keinesfalls mit einem Twirl beendet werden, weil man sonst den Start in die nächste Figur verpatzt.

Square : Vier Paare auf den Seiten eines Quadrates. Die Paare werden folgendermaßen numeriert:
Couple One   First Couple   Paar 1   steht mit dem Rücken zur Musik (zum Caller).
Couple Two   Second Couple   Paar 2   steht rechts von Paar 1.
Couple Three   Third Couple   Paar 3   steht gegenüber Paar 1.
Couple Four   Last Couple   Paar 4   steht links von Paar 1.
In der Grundaufstellung hat jeder Herr rechts neben sich seinen Partner, links "um die Ecke des Quadrates" den Corner, gegenüber die Opposite Lady, und im rechts stehenden Paar die Right Hand Lady. Für die Damen ist der links stehende Herr der Partner, der rechts stehende der Corner, der gegenüber stehende der Opposite Gent; für den Herrn im links stehenden Paar gibt es keine Bezeichnung.
Die Paare 1 und 3 sind Head Couples (Kopfpaare), die Paare 2 und 4 Side Couples (Seitpaare). Für die Herren ist der Ausgangsplatz die Home Position. Die Damen richten sich nach der Home Position des momentanen Partners.

Swing : Schnelle paarweise Drehung, entweder mit Gehschritten (Walk Around Swing) oder mit Hurretritt (Buzz Step Swing). Folgende Fassungen sind gebräuchlich:
Gesellschaftstanzfassung: Der Herr streckt seinen linken Arm zur Seite aus, mit dem rechten umfaßt er die Taille der Dame. Die Dame legt ihre rechte Hand in seine linke, mit der linken Hand faßt sie hinter seine rechte Schulter. Die Außenseiten der rechten Füße stehen beisammen, die rechten Hüften berühren sich, die Oberkörper sind zurückgelehnt. Diese Fassung ist im modernen Square Dance allgemein gebräuchlich.
Armkreisfassung: Jeder faßt die Unterarme des Partners derart, daß die Hände etwa bei den Ellbogen fassen. Die Füße sind dicht beisammen, die Körper werden zurückgelehnt. Diese Fassung ist im Contra Dance und im Appalachian Dancing gebräuchlich. Ich benutze diese Fassung gerne, weil sie den überflüssigen → Twirl als Abschluß verhindert.
Verschränkte Fassung: Jeder faßt den Partner bei der linken Hand und stützt sich mit der rechten Hand gegen dessen rechte Schulter. Die Füße sind dicht beisammen, die Körper werden zurückgelehnt. Diese Fassung ist in Amerika seit langem unbekannt, aber noch in deutschen Volkstanzkreisen gebräuchlich. Ich benutze sie gerne, wenn ich wegen Herren-Überschuß den Damenpart tanzen muß.
Walk Around Swing: Die Partner tanzen mit kleinen Gehschritten umeinander herum. Im Appalachian Mountain Dancing gebräuchlich, und in den Südstaaten der USA auch beim modernen Square Dance. Hat den Vorteil, daß er auch auf stumpfem Boden, z.B. im Freien, bequem zu tanzen ist, und problemlos gelernt werden kann.
Buzz Step Swing: Die rechten Füße bleiben stets vorn in der Nähe des Mittelpunkts; mit den linken Füßen stößt man sich am Boden ab, ähnlich wie beim Rollerfahren. Dabei überholt der linke Fuß nie den rechten. Im Contra Dance gebräuchlich, und im modernen Square Dance in den Nord- und Mittelstaaten der USA und in Deutschland. Erfordert einen glatten, gleitfähigen Boden und einige Übung.
Im Contra Dance und Traditional Square Dance ist der Swing mindestens 8 Schritte lang, im modernen Square Dance oft nur 4 Schritte. Der Swing sollte erst dann beendet werden, wenn man den folgenden Call gehört hat, weil so ein fließender Übergang zur nächsten Bewegung möglich ist. Die beiden, die Swing getanzt haben, sind danach Partner und ordnen sich als Standard-Paar.


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Veröffentlicht 2003-06-14   /   modifiziert 2004-08-01   /   Heiner Fischle, Hannover