Wörterbuch Square Dance ...und was ich sonst noch sagen wollte
© Heiner Fischle, Hannover

Phase : Round Dances werden entsprechend den darin vorkommenden Schritten in verschiedene Schwierigkeitsgrade eingeteilt. Diese Grade werden von Roundalab als Phase bezeichnet.

Raumpflege : Ein geeigneter Raum ist die zweitwichtigste Voraussetzung für einen Square Dance Club. Manche halten ihn sogar für wichtiger als die Tänzer, weil er schwerer zu ersetzen ist. Darum müssen die Beziehungen zu dem Vermieter sorgfältig gepflegt werden. Tanzt man in Räumen einer Kirchengemeinde, so ist es Ehrensache, beim Gemeindefest anwesend zu sein. Tanzt man in einer Gastwirtschaft, bringt man keine eigenen Getränke mit und hält dort die Afterparty. Es ist selbstverständlich, daß man den Raum so sauber verläßt, wie man ihn anzutreffen wünscht, und daß Tische und Stühle so aufgestellt werden, wie der nächste Benutzer das möchte. Saubere Schuhe verstehen sich ebenso von selbst. Spitze Absätze sind grundsätzlich unerwünscht bzw. verboten. Auch Stahlbeschläge, z.B. für Clogging, sind mit Mißtrauen zu betrachten. Musik wird störend oft empfunden, weil immer mit Geräusch verbunden (Wilhelm Busch). Bedenkt, daß in der Nachbarschaft Leute wohnen könnten, die nicht für Country Music schwärmen, besonders, wenn diese mit Calls untermischt ist. Auch Parkplätze für die Nachbarn müssen in einem Wohngebiet freigelassen werden.
Tanzt ihr auf einem Special Event, dann seid ihr alle für den guten Ruf des Square Dance verantwortlich, nicht nur der gastgebende Club. Es kann sich übrigens auszahlen, wenn das Gelände (Gebäude, Hof und Parkplatz) ordentlich verlassen wird. Schon manchem Club sind in der Endabrechnung geringere Reinigungskosten abverlangt worden als im Voranschlag. Das hilft natürlich auch, wenn man die Halle das nächste Mal mieten will.

Roberts Rules of Order : Amerikanische Versammlungen regeln den Geschäftsgang nach Roberts Rules of Order. Das deutsche Vereinsrecht läßt Beschlüsse nur zu, wenn der betreffende Punkt in der Einladung erwähnt wurde. RRoO lassen Beschlüsse über jeden beliebigen Punkt zu, vorausgesetzt es wird von einem Teilnehmer ein Antrag gestellt, und dieser Antrag wird von einem zweiten Teilnehmer unterstützt. Daß in den Mitgliederversammlungen der → EAASDC der Antrag auf Ende der Tagung gestellt und unterstützt werden muß, ist eine Erinnerung an die "amerikanische" Zeit der EAASDC.

Round Dance : Paarweise Tänze auf der Kreisbahn nach festgelegter Choreographie. In den 70er Jahren wurde noch gestritten, ob Round Dance nach Cues getanzt werden sollte oder auswendig. Inzwischen wird zu 99% nach ständigen Cues getanzt. Im gleichen Zeitraum wurden Stil und Schrittarten dem Gesellschaftstanz (Turnierklasse) angenähert.

ROUNDALAB : Internationaler Zusammenschluß von → Round Dance Callern (Cuern) zum Austausch von Ideen und Informationen. Hat das System der → Phasen für den Schwierigkeitsgrad von Round Dances vereinbart. (http://www.roundalab.org)

Spaltung : Ein amerikanischer Beobachter hat 1994 geschrieben, daß deutsche Clubs interne Querelen meist durch eine Clubspaltung lösen, und daß dies eine Ursache für die große Anzahl Square Dance Clubs in Deutschland sei. Wahrscheinlich hat er recht. Man sollte sich aber vor einer Clubspaltung ernsthaft überlegen, wie man wieder auf die → kritische Masse kommen will.

Tempo : Die Anzahl der Schritte (= Taktschläge) je Minute. In den USA wird Tempo 128 empfohlen. In Deutschland ist Tempo 130...132 üblich. Je schneller das Tempo, desto kürzere Schritte müssen getanzt werden. Nicht zu verwechseln mit → Timing.

Timing : Die Anzahl der Schritte (= Taktschläge), die der Caller für jedes Basic erlaubt. CALLERLAB hat eine Liste mit dem Standard-Timing für Mainstream und Plus herausgebracht. Als Clip Timing bezeichnet man, wenn der Caller schneller callt, als diese Liste erlaubt. Führt meist zu → ruppigem Tanzen.

Tip : Mehrere aufeinanderfolgende Tänze, während derer man mit seinem Partner und seinem Square beisammenbleibt. Ein üblicher Tip besteht aus einem Patter Call und einem Singing Call. Der Name kommt davon, daß der Caller/Fiddler für jedes Stück, das er spielte, ein Trinkgeld einsammelte.


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Veröffentlicht 2003-07-28   /   modifiziert 2005-10-10   /   Heiner Fischle, Hannover